Was dein inneres Kind mit deinen Kindern zu tun hat…

Es macht mir sehr oft den Eindruck, dass in der heutigen Zeit den werdenden Mamas und Papas sehr viel abverlangt wird. Wir leben in einer planbaren, kontrollierbaren Welt, alles liegt immer klar auf dem Tisch (oder scheint zumindest klar auf dem Tisch zu liegen) und für jede Situation, jedes Problem gibt es die richtige Strategie, die richtige Vorangehensweise und Lösung. Es gilt nichts falsch zu machen, sich auf das Ziel zu konzentrieren. Schliesslich findet nur das allerbeste Sperma die Eizelle, und wenn das allerbeste Sperma doch nur mittelmass ist? Was machen wir dann?

Sobald wir ein Ja zum Kinderkriegen geben denken wir automatisch an unsere Kindheit zurück. Wie war ich als Kind? Was hat mir gefallen an meiner Kindheit, was eher weniger? Was möchte ich meinem Kind unbedingt weiter geben und was nicht? Werde ich eine gute Mama, ein guter Papa sein? Was, wenn mein Kind genau so wird wie ich? Ich habe schon einige Male den Satz gehört: „Ich will einfach nicht dass mein Kind mal genau gleich wird wie ich es war als Kind.“ oder: „Ich will unbedingt vermeiden, dass mein Kind dasselbe Schicksal erleidet wie ich in der Kindheit.“ oder: „Wenn mein Kind rote Haare bekommt, dann ist das für mich ein Weltungergang.“ Bäm. Schlägt ein wie eine Bombe, nicht???

Könnte es wohl sein, dass es irgendwann im Leben (früher oder später) an der Zeit ist, mit der eigenen Kindheit frieden zu schliessen? Es so zu akzeptieren, wie es war, ganz ohne Wertung. Sich so zu sagen als kleines, inneres Kind zu sehen, an der Hand zu nehmen und zu sagen: es war alles ganz ok so wie es war, du hast dein bestes getan aus der Situation, ich liebe dich, ich nehme dich so an, wie du bist, ein ganz wunderbarer, kleiner Mensch der mich zu dem gemacht hat, was ich jetzt bin. Es ist alles richtig so.

Genau so richtig, wie ich es war als Kind, genau so richtig sind meine Kinder, die zu mir gekommen sind und kommen. Sie sind wie sie sind. Sie müssen nicht so sein wie ich, ich habs ihnen aber auch nicht verboten, gewisse Charakterzüge von mir zu übernehmen. Ich bin mir sicher, sie wissen ganz genau mit welchen Qualitäten und Eigenschaften sie hier auf der Erde bei uns landen. Also bleiben wir als Eltern doch offen für diesen Schatz der unsere Kleinen mit sich bringen. Es ist der selbe Schatz, den schon wir mitgebracht haben. Vielleicht wurde er gesehen, vielleicht blieb er für viele verborgen. Das wichtige ist doch, dass wir unseren Schatz, den wir mitgebracht haben bei uns selbst erkennen und annehmen. Und sehen, dass der unheimlich kostbar ist. Denn dann, wenn wir unseren Schatz, unsere Essenz akzeptieren erkennen wir genau das, was unsere Kinder an Schätzen für uns bereit halten.

Kinder sind Spiegel. Sie haben ganz feine Antennen für das, was im Aussen von statten geht. Sie nehmen Emotionen auf und tragen sie ungefiltert ins Freie. Man kann sehr viel lernen von den eigenen Kindern. (Manchmal frag ich mich, wer wem erklärt, wie das Leben so funktioniert, ich den Kindern oder sie mir… )

Kinder merken sehr schnell wenn jemand nicht authentisch ist. Sie merken vielleicht nicht bewusst, was jetzt genau falsch läuft, aber sie merken irgendwas stimmt hier nicht. Das, was ich mit den Ohren höre stimmt nicht mit dem überein, was ich im Herzen fühle. Deshalb kann man Kindern auch nichts vormachen. Kinder haben aber auch ein grenzenloses Vertrauen, ein Vertrauen ins Leben. Und genau das ist das Dilemma. Also denken sie, das wird schon richtig sein so, wie mir Mama das erzählt, mein Gefühl dazu ist einfach etwas falsch. Also bin ich falsch. Hm. Mit der Zeit geht das fühlen mit dem Herz verloren, weil es ja sowieso falsch ist, weil der Kopf immer anders denkt. Weil man anders sein muss. Und das mit dem Vertrauen, naja, das geht dann irgendwann auch mal verloren nach zwei drei Enttäuschungen. So passen wir uns dem Aussen an, den Konditionen, den Erwartungen an uns und funktionieren. Die einen haben etwas weniger Mühe sich anzupassen, die anderen werden etwas verhaltensgestört. Oder haben eben ADHS. Aber zum Glück kann man das ja behandeln. Weil es nicht richtig ist. Und es für alles eine Lösung gibt. Wir kämpfen und dann also durchs Leben. Was dabei am meisten verloren geht ist das Vertrauen in sich selbst, in diese wunderschöne, einzigartige innere Stimme. Und wenn wir dann erwachsen sind, merken wir, was wir so tolles gehabt hätten und gerne wieder haben möchten. Unsere innere Stimme, die uns zu uns bringt.

Vertrauen wir doch darauf, dass das Kind, das zu uns kommen möchte genau das alles noch hat: Das Vertrauen ins Leben, diese Herzensstimme die sagt: Du bist genau richtig so wie du bist, liebe Mama, lieber Papa und genau so wie ich zu dir komme, so bin ich richtig wie ich bin. Lassen wir unsere Kinder einfach nur im Vertrauen wachsen. Das ist das einzige, was sie brauchen im Bauch. Und später doch auch. Und geben wir uns doch auch die Freiheit und Erlaubnis, dass auch wir als Eltern im Vertrauen wachsen dürfen an unseren Kindern. Machen wir unser Herz auf, um zu fühlen, wer da anklopft, wer zu uns kommen möchte, in uns wächst, uns begleitet. Es ist alles genau richtig so wie es ist. Und genau so waren wir richtig. Unsere Kinder machen uns zu besseren Eltern.

Falls du Anregungen hast zu dem Thema oder dich mit deinem inneren Kind versöhnen möchtest, helfe ich dir sehr gerne dabei!

 

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