BlogReihe: Was hat Achtsamkeit im MamaChaos verloren?

Welche Mama kennt das Szenario nicht: zwischen meterhohen Wäschebergen, einer vollen Windel, zwei streitenden Kleinkindern und einer Wohnung, in der es scheint, eine Bombe hätte eingeschlagen könnte frau doch glatt noch den eigenen Verstand verlieren. Es muss doch einen Weg geben, um das MamaSein ganz gelassen angehen zu können, es muss doch einen Weg geben, dass ich mich nicht in dem ganzen HausHaltChaos verliere, dass ich mich nicht nur zur „Putze“ reduzier.

Als ich frisch Mutter wurde hab ich alle meine Methoden für ein achtsames, präsentes Leben mal zur Seite geschoben, weil ich das Vorurteil hatte, in dem ganzen AlltagsChaos wo ich drin stecke, finde ich keinen einzigen Moment mehr für mich. Es gab Zeiten, in denen ich mich extrem gestresst gefühlt hab, nicht mehr bei mir war und ich kam mir vor, als hätte ich mich verloren. Ich funktionierte nur noch. Es ging mir immer schlechter. Mir wurde bewusst, dass ich etwas ändern muss. Ich vermisste die Zeit der Schwangerschaft, die ich sehr bewusst und entspannt verbracht hatte. Ich wollte mich wieder präsent, bei mir und mit meinen Kindern verbunden fühlen.Ich wollte wieder im Vertrauen sein. Wieso sollte dieser Zustand mit der Geburt des Kindes plötzlich vorbei sein? Wieso vergessen wir Mütter uns selbst ein Stück weit, wenn das Baby da ist? Klar, wir müssen uns um dieses kleine, fragile Wesen kümmern, es füttern, ihm Geborgenheit geben. Es müsste doch irgendwie einen Weg geben, in meinem MutterAlltag meine Spiritualität leben zu können. Das hat nichts mit Egoismus zu tun.

Ich wollte mich wieder auf mein HerzBauchGefühl verlassen können, ich wollte meiner Intuition und meiner Weisheit vertrauen. Weil ich wusste, es ist alles vorhanden. Ich muss es mir nur erlauben, auf meinen Bauch und mein Herz zu vertrauen. Auch eine Mama kann und darf bei sich sein, darf ihren HerzensWunsch leben. Wir müssen und dürfen uns nicht aufgeben. Nur wenn wir authentisch sind, lehren wir unsere Kinder das gleiche zu tun. Nur so erkennen sie, dass es ganz normal und ok ist, so zu sein wie man ist.

Erkenntnis Nummer eins: Ich kann meinen hektischen MamaAlltag ganz bewusst verbringen, das MamaBusiness schliesst spirituelle Entwicklung nicht aus! 

Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber wenn ich in die Augen eines Neugeborenen schaue, dann scheint es mir, als sehe ich das Univerum, die Unendlichkeit. Wenn ich diese Kinder im Arm halte, hab ich das Gefühl, dass ich von Weisheit nur so überhäuft werde. Kinder sind sehr spirituelle Wesen. Das, was sie mitbringen ist ungefiltert, pur. Sie leben im Jetzt, für sie gibt es keine Wertung. Ihr Geist ist rein und frei von Glaubenssätzen. Diese Tatsache ist ein riesengrosser Schatz, der jeder von uns mit in dieses Leben bringt. Irgendwann mal geht dieser Schatz vergessen, lernen wir, was „richtig“ und was „falsch“ zu sein scheint, lernen wir, wie wir funktionieren müssen, um in dieser Welt zu bestehen. Und irgendwann können wir uns nicht mehr an diese Weisheit erinnern, die wir in dieses Leben mit gebracht haben. Manche von uns fühlen dann ein paar Jahre später diese unglaubliche Sehnsucht nach etwas, das sie nicht richtig erklären können und machen sich auf den Weg der Erkenntniss. Mühsam versuchen sie, sich zu erinnern.

Erkenntnis Nummer zwei: Als Mutter haben wir die besten Lehrer an unserer Seite: unsere Kinder. 

Wenn wir unser Herz öffnen für sie, für das, was sie mitbringen, uns öffnen für diese weisen Lehrer, dann können wir sehr sehr viel lernen. Und uns erinnern. Wir können unsere Glaubenssätze erkennen und zur Seite schieben. Wir lernen in der Präsenz zu sein. Wir lernen, uns und andere so anzunehmen, wie sie sind. Wir lernen, dass wir uns gegenseitig immer wieder spiegeln und erkennen im Spiegel uns selbst.

Mir wurde bewusst, wenn ich mich für diese Weisheit, die in meinen Kindern schlummert öffne, dann kann ich sehr viel von ihnen lernen. Ja vielleicht zeigen sie mir, wie ich wieder zu meiner Weisheit, meiner Wahrheit gelange.  Also beschloss ich, dass nicht nur sie von mir lernen sollen, sondern auch ich von ihnen. Ich beschloss, meine Kinder nicht (v)erziehen zu wollen, sondern sie in dieses Leben zu begleiten, so wie sie irgendwann mal beschlossen haben mussten, mich in meinem Leben zu begleiten. Ich beschloss hin zu sehen und nicht einfach nur einen chaotischen Tag, vollgespickt mit Haushalt, Terminen und quängelnden Kindern zu überstehen.

Erkenntnis Nummer drei: Das Zauberwort heisst Achtsamkeit.

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Lange Zeit habe ich nicht verstanden, was Achtsamkeit ganz genau bedeutet und was darunter zu verstehen ist. In der spirituellen Szene scheint es mir, ist Achtsamkeit zu einem Modewort mutiert und so versucht jeder, der sich ein wenig mit Meditation und dem energetischen befasst, achtsam durchs Leben zu gehen. Jeder spricht davon aber wenige wissen, was es beseutet. Um Achtsamkeit zu trainieren brauchen wir nicht stundenweise zu meditieren. Versteht mich nicht falsch, Meditation ist etwas wunderschönes und ich möchte es nicht in meinem Leben missen, aber Achtsamkeit hat nichts mit dem Meditieren an sich zu tun. Wir können auch in grösster Achtsamkeit unsere Zähne putzen. Wir können auch sehr unachtsam meditieren.

Achtsamkeit bedeutet, dass wir uns nicht von unseren Emotionen und unserem Ego ablenken lassen. Wir vergessen uns zum Beispiel nicht in einem Wutanfall, können gelassen und ruhig bleiben.

Um achtsam sein zu können, müssen wir lernen, unser Ego auf die Seite zu stellen. Nehmen wir nochmals die Wut: sie kann uns dazu verführen, ganz irrational zu handeln, Sachen zu sagen, die wir nicht so meinen, die sehr verletzend sein können. Im schlimmsten Fall kann es sein, das uns die Hand ausrutscht. Vielleicht bereuen wir im Nachhinein dann sehr was wir getan haben, oder verdrängen es.

Wenn wir achtsam sind, dann ist uns bewusst, was gerade im Innen und im Aussen passiert, wir betrachten die Situation ganz neutral, ohne uns von unseren Emotionen leiten zu lassen. Wir werden also zum Betrachter unseres Selbst. Dann fangen wir an zu verstehen.

Das mag einfach klingen, ist aber manchmal ziemlich schwierig, weil wir immer wieder an Situationen geraten, die uns triggern. Weil wir vollgespickt sind mit Glaubenssätzen und weil wir gelernt haben, dass wir uns einmischen müssen, dass wir auf diese oder die andere Weise auf eine Situation zu reagieren haben, weil das eine „richtig“ und das andere „falsch“ ist. Wenn wir  aber lernen, eine Situation aus verschiedenen Blickwinkeln und mit Distanz zu betrachten, erkennen wir, dass es ganz viele verschiedene Lösungen und Betrachtungsweisen gibt und sich das Richtige und das Falsche ziemlich verschieben können. Dann verfallen wir nicht im Drama und erkennen den Segen oder einfach auch nur die Message hinter der Situation. Wir lernen uns selber und unser Gegenüber besser kennen, wir können unseren Kindern und Mitmenschen wertfrei begegnen.

Achtsamkeit lässt uns mit einer gewissen Gelassenheit durchs Leben gehen, sie zeigt uns den Weg zu unserer Wahrheit, sie aktiviert das, was ich unser HerzBauchWerk nenne.

 

In meinem nächsten Artikeln stelle ich euch verschiedene Schritte vor, wie ich zu mehr Achtsamkeit im MamaAlltag finde.

 

One thought on “BlogReihe: Was hat Achtsamkeit im MamaChaos verloren?

  1. Ich bin gespannt auf die nächsten Artikel deiner Blogreihe!

    Es ist so wichtig dass wir Achtsamkeit in unser Mamaleben hinein lassen. Erst wenn wir uns selbst als beachtenswert empfinden, werden wir auch besser auf die Bedürfnisse unserer Kinder eingehen können.

    Und: Wir sind eines der Vorbilder nach dem sie später ihr Leben ausrichten werden.

    ❤ ~Tabea

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