Gastbeitrag zur #blogparade #wasistgeburt

Die liebe Doro sendet mir ihren Beitrag zu meiner Blogparade, was ist Geburt für dich. Es freut mich sehr, dass ich ihren Text hier als Gastbeitrag publizieren darf, denn Doro führt selber keinen Blog, wollte aber gerne an der Parade teil nehmen. Vielen lieben Dank!

„Was ist für Dich Geburt?“

Für mich ist Geburt eine beeindruckende Naturgewalt, der deutlich spürbare Übergang von Schwangerschaft zum Mutter sein-  und dennoch völlig überbewertet und zu bedeutungsüberladen.

Mein Name ist Doro und ich bin Mutter von drei zauberhaften Kindern.

Als ich von dieser Blogparade las, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich hatte direkt einen Text im Kopf. Romantisch, kraftvoll, selbstbewusst.

Ich hatte ihn schon zu bestimmt zwei drittel fertig, als mir dämmerte: „Ich belüge mich selbst“.

Ich habe immer viel Gewicht und viel Bedeutung in das Thema Geburt gelegt. Bereits während der allerersten Kinderwunschphase hat mich das Thema beschäftigt. Für mich war klar, dass nur eins in Frage kommt. Erstes Kind im Geburtshaus, jedes Weitere zu Hause. Selbstverständlich spontan, komplikationsfrei, selbstbestimmt und mit allen Sinnen dabei.

Nun ja. Es kam selbstverständlich anders. Die erste Schwangerschaft endete überraschend in Woche 29. Ich fuhr wegen Kopfschmerzen zum Arzt, wurde in die Klinik eingewiesen und wachte 4 Tage später auf der Intensivstation auf. Bauch leer und Schnitt von Hüftknochen zu Hüftknochen. Es stellte sich heraus, dass ich nie eine Schwangerschaft gesund zu Ende bringen würde. Die zweite Geburt, 11,5 Monate später, war nach langem Kampf trotz geplantem Kaiserschnitt spontan. Schnell und vergleichsweise komplikationsfrei. Sie war für meine Seele sehr heilsam. Befreiend, schmerzarm aber wahnsinnig anstrengend.

Diese Geburt schürte wieder Hoffnung. Hoffnung auf eine Geburt in einem kleinen Krankenhaus statt großer Uniklinik, je nach Reife des Kindes vielleicht sogar ambulant. Und im Hebammengeleiteten Kreißsaal. Tatsächlich kam ich mit Nummer 3 bis 37+0, bevor ich mir einen RTW rufen musste. Ich konnte also zumindest in das kleine Krankenhaus, dass Frauen  laut Ruf  und Werbung eine wirklich schöne Geburt ermöglicht. Das war der Fehler schlechthin. Es störte mich nicht, dass ich wieder hörte: „Das Kind muss dringend raus“ und dementsprechend eingeleitet wurde. Das ganze Drumherum war allerdings absolut unterirdisch. Die Geburt an sich war schnell und einfach. Trotzdem – sollte sich da noch jemand unbedingt ins Leben drängeln wollen, wird es wieder die Uniklinik, die in Sachen respektvoller Umgang, Empathie, Bedürfnisorierung, Wochenbettbetreuung und Stillberatung klar und deutlich besser ist.

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Unser Kinderwunsch ist abgeschlossen und nun habe ich die letzten 1,5 Wochen intensiv über die Geburten nachgedacht. Ja- sie waren kernerschütternd. Bei den beiden spontanen war ich jeweils in einer Art Trance Zustand- nur auf das Geschehen fokussiert. Eine wahnsinnige, tolle, kraftvolle Erfahrung.

Dennoch in den meisten Fällen- so auch bei mir- mit völlig übersteigerten Erwartungen beladen. Letztlich sind Schwangerschaft und Geburt Mittel zum Zweck. Niemand durchlebt das nur der Schwangerschaft oder um der Geburt willen. Wir tun das für unsere wundervollen Kinder. Das Leben, den Alltag mit Ihnen. Diese tausend besonderen Momente.

Ich bin wahnsinnig gerne Mutter. Und ich bin dankbar, dass ich die Erfahrung „Geburt“ machen durfte. Aber Kinder zu haben ist das eigentliche Abenteuer.

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